Samstag, 3. August 2013

Verglüht ...

Sonnabend,03.08.2013

Es fing doch so schön an ...
Nachdem die Anreise am Freitagabend trotz Feierabendverkehr und Urlaubern auf dem Weg ans Meer reibungslos geklappt hatte, bunkert wir die Vorräte und das Gepäck noch an Bord.
Für diese Plackerei belohnten wir uns im Hafenrestaurant mit lecker dunklem Hefe und ungesundem Essen. Immer nach der Devise: wer weiß, wann es wieder etwas Vernünftiges gibt. Die untergehende Sonne gab sich alle Mühe, uns auf "Urlaub" einzustimmen.




Am Morgen kamen wir dann recht gut weg, der Wind kam - wie angekündigt - direkt von vorn. Also Basili2 angeschnallt und los.

 Nach ein paar Kreuzschlägen entschieden wir uns, bis zum Eingang des Boddens den Motor anzuwerfen. Ein guten Moment, das Frühstück nachzuholen:







Nur unsere Sturheit brachte uns dazu, danach die Segel herauszuholen. Der kärgliche Wind war es garantiert nicht.

Die Meldungen des DWD (Deutschen Wetterdienstes, per Funk verbreitet von DP07) brachte die erste Ernüchterung. Aufkommende Gewitter mit Böen bis Stärke 8. Wat nu? - wir dümpelten wie eine faule Teichente auf dem Bodden und waren fernab unseres Zieles Lohme, im Norden von Rügen. Unser oberstes Motto: Sicherheit geht vor Spaß. Der Rest ist schnell erzählt:
nach 2 Meilen unter Leichtwindsegel mit beachtlichen 3-5 Knoten bei Windstärke 2-3 schlief der Wind endgültig ein. Alles alles an Tuch eingeholt, missmutig den Motor angeworfen und Richtung Gager, im Greifswalder Bodden, getuckert.
Auf dem knapp einstündigen Weg dorthin sind wir fast verglüht. Selbst der Fahrtwind brachte keine Kühlung; war unangenehm heiß. Das Boot lag bar jeder Segel komplett in der Sonne. Nur das kurzzeitige Abwechseln am Ruder bewahrte uns vor dem Sonnenstich. Nein, keine Dramatik - es war nur so unsäglich heiß!
Dafür hatten wir beste Voraussetzungen für das Anlegemanöver: null Wind und noch sehr viele freie Boxen. Als alles fest und fertig war, schnappten wir uns unser Hafenbier und setzten uns in den aufkommenden Wind der nahenden Gewitterfront auf den Kopf des Steges. So langsam kamen die Lebensgeister wieder :-)












Und wir hatten alles richtig gemacht.
Mit Wolken und Wind kamen die schutzsuchenden Segler, die Anlegeplätze war binnen der nächsten zwei Stunden so gut wie komplett belegt. Wir hatten bis dahin schon gegessen, geruht, mit dem Hund des Hafenmeisters gespielt (Nele, die Schäferhundprinzessin, im zarten Alter von 5 Monaten) und das Hafenkino genossen. Lustig, wenn Charteryachten mit ungeübter Besatzung bei Windstärke 4-5 an einer Heckboje anlegen üben. Sorry, aber Schadenfreude muss auch mal sein.
Morgen geht es weiter in den Norden. Wie weit? Fragt den Wind!

P.S.: Gewitter gab es letzten Endes keines, nur frischen Wind.

6 Kommentare:

  1. mmmm basili nah am logbuch wie schön :)) und da wir gerade aus hamburg zurück kommen kann ich folgendes sagen - kurze (30min) aber extrem kräftiger schauer um 1800, jetzt auf rückfahrt nasse a24, und angeblich gewitter übernacht im berlin - also alles richtig entschieden mit gager!! das ist eben so bei segeln :))

    liebe gruesse, und viel spass samt abkühlung in den nächsten tagen!!! ;))

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  2. das schöne ist, je später ihr hier postet, desto weiter seid hin gesegelt :)) mal sehen ob meine beobachtung von mai törn sich bestätigt und ihr euch von z.b. lohme oder sogar ystad meldet (??), na ja vlleicht beim wind ersmal lohme ;))

    liebe grüsse,
    i

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  3. P.S. habt wetter-post in der email , mal wieder eine wetterquelle (die imeerhin hoffnung auf wind macht) und bis jetzt ausser lokale wind effekte am wannsee äusserst zuverlässig war

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    1. Danke fürs mitfiebern :-)
      yr.no wird mitüberwacht, genauso wie DP07, DWD-Seite und Windfinder. Was jetzt noch fehlt ist eine Wind- und Schattenmaschine :-D

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  4. Budweiser mit Basilikum, ihr Segler seid schon ein seltsames Volk. Ich pusste jetzt fleissig Richtung Norden, mal sehen ob es dann endlich mit Schweden klappt. Harry sieht auf dem Bild aus, als haettet ihr schon Suedafrika umsegelt.. Gib zu Schwesterherz, Harry hatte nicht oft Abloesung am Steuer.
    Bin gespannt auf morgen.

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    1. Na warte, Große. Du kommst das nächste Mal mit!!!
      Natürlich wird sich am Steuer abgewechselt. Wie soll Harry denn sonst zu seinem Mittagsschlaf kommen? :-)
      Nein, im Ernst: auf den längeren Touren wird ca. alle 1-2 Stunden gewechselt. Wer "frei" hat, bleibt aber meistens mit an Deck oder macht z.B. was leckeres zu essen, schreibt Logbuch, studiert den Wetterbericht und die Seekarten usw.
      So, und nu puste bloß weiter :-)))))

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