Der heutige Rückweg von Simrishamn nach Ystad zog sich. Aber die Natur gab sich große Mühe, uns den eigentlich nur mittellangen Hopser zwischen beiden Häfen abwechslungsreich zu gestalten.
Das Handy weckte gnadenlos um 7 Uhr. Normalerweise keine Un-Zeit, aber irgendwie war das heute nicht unsere. Irgendwie noch einen Kaffee in den Bauch gegossen und ein paar Blaubärschnecken gemümmelt - mehr ging nicht. Im Hafen war schon reges Treiben, viele Crews machten ihre Boote fit und wollten weiter.
Die Wind-Voraussagen für den Tag waren mäßig: anfangs 3-4 Bft, schon nach 2 Stunden abschwächend auf 2-3, alles aus Richtung Südwest. Da wir bis zur Südgrenze Schwedens runterwollten, um später gen West abzubiegen, hieß das von vonherein kreuzen. Die Sehnsucht nach Ostwind ist riesig, je mehr es gen Heimat geht. Der wäre jetzt so passend ... aber, is` halt nich im Angebot!
Der ideale Kurs für heute beschreibt eine Länge von 28,3 Seemeilen. Machbar. Kreuzen bedeutet, dass der Wind daher kommt, wo man hin will. Also muss man im zickzack segeln und der Weg wird lang und länger ... in unserem Fall wurden aus den 28,3 insgesamt 44,6 Seemeilen. Das sieht dann so aus:
Zweimal erwischte uns ein Schlechtwettergebiet mit stärkerem, böigen Wind bis fast 6 Bft und etwas Regen. Dazwischen hatten wir alles an Windstärke, was der Normalbereich der Skala so zu bieten hat. Von 2 -5 Bft war alles vertreten und kam immer unverhofft. Es gab in loser Reihenfolge halb-bedeckten Himmel, bedeckten Himmel, dunklen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Den vor allem am Ende der Strecke, als uns blöderweise der Wind komplett einschlief. 12 Seemeilen vor Ystad (man konnte schon die Silos im Hafen erkennen) dümpelten wir mit 1,9 ktn (Seemeilen pro Stunde!) in den Wellen und fingen an zu rösten. Knapp 8 Seemeilen vor dem Hafen gaben wir auf. Segel runter, Motor an. Wir waren müde von der Sonne, ausgelaugt vom Wetter und den starken Windstärkenwechseln und wollten einfach nur noch ankommen. Da ich eh schon den ganzen Tag dauermüde durchhing (hoffentlich wird das nichts Ernstes), musste Harry die doofe Motorstrecke alleine bewältigen. Ich schlief trotz Motorgeräusch, wo ich saß oder lag, immer wieder ein. Trotz alledem hatten wir eine tolle Abendstimmung kurz vor Ystad:
Morgen werden wir wohl noch einen Tag in Ystad verbringen. Was morgen an zuviel Wind unterwegs ist, wird uns in den kommenden Tagen wieder an der Idealstärke (4 Beaufort) fehlen. Mal sehen, wann es uns von hier nach Rügen treibt.


schöne kreuz! bilderbuch nah :)))
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