Der Wind blies kräftig durch den Hafen von Ekenäs (Ronneby) und uns aus den Betten.
Es war spät, wir waren irgendwie "unfit" und immer noch müde. Komische Nacht; laut und unruhig.
Kein Wunder, am Vorabend zog ungemütliches Wetter auf:
Nach dem üblichen Ablauf (Frühstück, Aufräumen, seeklar machen) wollten wir nur noch schnell Wasser bunkern. Als der Wassertank voll war, entstand ein hübscher kleiner Pool in der Backskiste. Der Tank war undicht. Aber wo? Harry suchte und fand die "böse Stelle". Der Einlass-Stutzen hatte sich gelöst und war zum Teil herausgerutscht. Also die gesamte Backskiste ausräumen (Benzintank, Wasserschläuche, Ösfässer, Schöpfeimer, ..., .... ), Zulauf lösen, über den polnischen Pfusch schimpfen (diesmal zu Recht!), alles neu anschließen, Backskiste ausschöpfen und trockenwischen und wieder einräumen.
Jetzt konnte es aber losgehen.
Da die angesagten 5-6 Bft in Richtung Karlskrona so zwischen den Schären nicht lustig sind, habe ich vorsichtshalber ein Reff ins Großsegel gebunden. Besser ist´s; wir waren auf eine ungemütliche Fahrt eingestellt. Unter Motor ging es raus aus dem Hafen und die ersten zwei Meilen Richtung freie Oststee. Der Wind kam von gegenan und zum Kreuzen hatten wir zu wenig Platz. Der arme Außenborder musste ganz schön schuften, um gegen Wind (5 Bft) und Welle (ca 0,5m) anzukommen. 8 PS sind und bleiben nur eine Notlösung und kein Hauptantrieb. Nach Kurswechsel auf Südwest konnten wir das Vorsegel setzen und den kleinen Brüller endlich abschalten. Nur mit einem Segel waren wir mit 4-5 ktn gut unterwegs. Schön ... hui, aber sehr wellig. Der Wind nahm etwas ab und die Dünung (lange Wellenreihen auf der freien See) gehörig zu. Am Ende schaukelte unsere blaue Nussschale zwischen bis zu 2m hohen Wellenwänden. Nach einem der regelmäßigen Logbucheinträge unter Deck sah Harry dann - trotz Tablette - dementsprechend aus. Da half nur noch, sich ins Cockpit zu legen und dem Klang der Wellen zu lauschen, bis es vorbei geht. Ging auch bald wieder ...
Auf ca. der Hälfte der Strecke hatten wir unsere erste (Dreh-)Brücke in diesem Gebiet. Öffnung zur jeder vollen Stunde, das hieß für uns, 25 Minuten davor Runden drehen. Lange Zeit blieben wir das einzige Boot. Da die Mariner nicht gerade ein Riese ist, habe ich uns vorsichtshalber per Anruf angemeldet (die Daten findet man entweder direkt auf der elektronischen Karte oder im Begleitheft zu den Papierseekarten). Punkt 14 Uhr setzte sich die Maschinerie in Gang, nur um für uns allein die Durchfahrt zu ermöglichen. ... war uns fast ein wenig unangenehm - da standen 12 PKW/LKW an den Schranken und mussten warten.
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| Warten |
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| freie Fahrt für die kleine Mariner |
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| .... und durch! |
Nein, ich habe mich nicht drinnen versteckt, ich war nur den Akku des Fotoapparates austauschen ...
Von gelben Fähren gejagt, musste man auch noch im Stadtgebiet auf kleinere Schären und mitten im Wasser stehende alte Wehranlagen aufpassen. Es gab viele Wege durch die Inseln von Karlskrona zum Hafen. Aber einfach war keiner von ihnen; Hindernisse gab es immer wieder:
Was für ein Empfang. Man sieht vor lauter Regen den Hafen kaum. Das große Schiff der Küstenwache wirkte wie eine große Ansteuerungstonne.
Aber kaum hatten wir im Hafen festgemacht, brach der Himmel auf und die Sonne kam noch mal raus.
Beste Bedingungen für den Gang zum Hafenmeister und die Suche nach gutem Essen. Gefunden in einem Pub. Lokales (Stark-)Bier und richtig guter Burger. Das hatten wir uns verdient!













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