Mittwoch, 7. August 2013

gelungene Flucht

Mittwoch, 07.08.2013

Wieder ein Blog, der (das?) mit eigentlich beginnen sollte. Denn eigentlich war heute ein Landtag geplant, da es viel zu wenig Wind geben sollte. 
Also haben wir zusammen mit Basili2 schön lange im Cockpit gefrühstückt und uns so langsam fertig gemacht. 
Bevor es Richtung Stadt ging, wollen wir uns noch die Tankstelle im Hafen ansehen. Nachbunkern ist immer gut, da es nicht überall in den Häfen Benzin, sondern hauptsächlich Diesel gibt. Gesucht, gefunden, gesehen - und ab in die City von Simrishamn. 
Noch im Hafen gucken wir uns erstaunt an. Ist das Wind im Gesicht? Segelbarer Wind? Ja!! 
Spontan entschieden wir uns zum Abbruch unserer noch nicht mal begonnenen Stadttour, stürmten zum Boot und machten es in Rekordzeit seeklar.
Tatsächlich. Wind. Aus Süden. Zwar wechselnd zwischen 2-3 Bft, aber dafür ein super Kurs und passende  Windstärke für das Gennaker. Also  die rote Nase in den Wind gesetzt und mit 5-6 ktn vorwärts. 
Gut ... bis die ersten Böen kamen. Das war schon ein ordentlicher Schreck, als das kleine Boot in einer Böe von 5 Bft von 41m² Segeltuch sehr schräg durchs Wasser gezerrt wurde. Wir hatten diesen Fall zwar vorher abgesprochen, und jeder hatte seine Aufgabe, aber erlebt ist es dann doch ganz anders. Irgendwann hatten wir das Ganze wieder unter Kontrolle und sprachen die Feinheiten für das nächste mal ab. Als es uns mehrmals passierte, entschieden wir uns aus Sicherheitsgründen, das Gennaker runter zu holen. SOVIEL Aufregung braucht im Urlaub kein Mensch. Da der Wind durchgängig etwas stärker wurde, fuhren wir unter Normalbesegelung und raumen Wind (von schräg hinten) mit 3 Bft auch unsere 5-6 ktn. Schnell wurde das Tagesziel von Åhus auf Sölvesborg geändert. 
Für einen Tag, an welchem überwiegend Flaute herrschen sollte, kamen wir sehr gut voran. Erst 12:35 Uhr gestartet, liefen wir bereits um 19:20 Uhr in Sölvesborg ein und hatten 33 Seemeilen geschafft. Dazu muss man sagen, dass das 4 Seemeilen lange Fahrwasser bis zum Hafen enorm viel Zeit gefressen hat. Aber die Landschaft war schön:
Meine erste Schäre :-) Schön, ne?

kleiner Ort an der Fahrrinne zum Hafen

Unser Empfangskommité stand bereit

Damit haben weiter bereits am fünften Tag das geplant nördlichste Ziel unserer Reise erreicht. Da bleibt noch Platz für ein-zwei Häfen weiter.

Blick vom Bug unseres Bootes in die Hafenausfahrt (gen Süden)
Apropos Hafen: wir haben einen sehr idyllischen Hafenplatz bekommen. Statt im offenen Gästehafen zu liegen wurden wir eingeladen, im Clubhafen festzumachen. Das schwedische Kronpaar wird hier bestimmt nicht freundlicher begrüßt als wir heute. Wir dürfen sogar im Gästehaus des Clubs die Duschen nutzen. Im Preishat sich dies allerdings nicht niedergeschlagen; im Gegenteil. Das Liegegeld ist für Schweden sehr günstig und Strom, Wasser, Duschen und WC kostenlos.
Morgen bleiben wir auf alle hier. Das Wetter soll ungemütlich werden - eventuell - und endlich mal einen Tag ausruhen käme uns sehr gelegen.
Anstrengung und Enge schlagen so langsam auf die Stimmung.

Hier liegen wir (hinter den großen Motorbooten, der kleine Mast ganz rechts *grins*)

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