Heute stimmte uns der Wind schon beim Aufstehen auf Segeln ein. Er pfiff durch die Wanten. Die angesagten 4-5 Bft fielen wohl ganz ordentlich aus. Das Frühstück war mangels Appetit etwas klein geraten. Hauptsache Kaffee, etwas Brioche gemümmelt und los. Die Ausfahrt aus dem Hafen wurde zum unfreiwilligen Abenteuer. Wir hatten die falsche aber kürzere Ausfahrt genommen. Ein Blick von mir auf den Tiefenmesser zeigte genau den Tiefgang des Bootes an - 1,40 m. Gut ... NEIN! Weg hier. Harry fand nach kurzem Schreck sofort die korrekte Fahrrinne und rettete uns vor einer größeren Katastrophe. Genau das Gleiche war uns letztes Jahr in Vitte (Hiddensee) passiert. Nur das wir dann im Sand feststeckten. Hier guckte keine 20 m neben uns ein Steinkopf aus dem Wasser. Hier auf Grund zu laufen wäre verhängnisvoller. Schreck runtergeschluckt, tief Luft geholt, Katrin ausgemeckert und weiter.
Der Wind hatte nicht 4-5 Bft - er hatte satte 5. Auf Halbwindkurs (Wind direkt von der Breitseite) preschte unser Boot aus dem Fahrwasser in die Ostsee. Unangenehm waren nur die kurzen Wellen, die uns fast genau gegenan kamen. Der Rest war purer Spaß: Sonnenschein, kräftiger Wind und eine überschaubare Strecke von gut 20 Seemeilen vor uns. Der Wind war teilweise ziemlich ruppig, wir waren froh, als wir den Kurs Richtung Ost ändern konnten. Jetzt kam er von schräg hinten und das Boot wurde etwas ruhiger. ... und Harry bekam Hunger. Ich setzte mich ans Ruder und dachte mir nichts Schlimmes. Da fängt der Mann doch an, sich mitten auf der Ostsee Weißbrot erst in Butter zu braten und dann noch mit Käse zu überbacken. Bei 5 Windstärken. Super. Männer mit Hunger sind manchmal sehr anstrengend. Ich stand an Deck und konnte zusehen, wie ich klar komme ... bin ich ja! Ich schaute mir schon mal Harö an.
Eine kleine Insel zwischen Sölvesborg und Karlshamn, ein Muss für den Rückweg. Habe ich von unserem Hafenmeister aus Sölvesborg. Mit diesem netten Herrn habe ich gestern auf englisch!!! die Route und Häfen für die nächsten Tage durchgesprochen. Es gab viele Tipps und dazu äthiopischen Kaffee von der Crêpe-Bude im Hafen. Der Kaffee war echt lecker! Gebrüht von einem jungen Engländer, der seiner Frau nach Schweden gefolgt ist und Harry nebenbei Kaffee- und Englischunterricht verpasste. Wie gesagt, dank einiger Insidertipps zu den Häfen hier im Schärengebiet könnten die nächsten Tage sehr interessant werden.
Nach vierstündiger Fahrt haben wir im "Vägge Fiskehamn" festgemacht.
Es ist sehr schön hier. Nach dem Anlegen gab`s ein "Anlegebier" für die gesamte Crew (zwei), ein Mittagsschläfchen für Harry und ein Aufwachkaffee wieder für alle.
Denn jetzt wurde es nochmal anstrengend: Hafen inspizieren, die Schäre im Hafen erklimmen und bestaunen,
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| HIer hätte ich ewig bleiben können ... |
... wieder zurückkommen; bewaffnet mit zwei leeren 10l-Kanistern und Rucksack nochmals Richtung Tankstelle und Konsum. Erst Brot und Käse nachbunkern , dann zur Tankstelle, die Kanister volltanken und zum Boot zurückschleppen (ca. 1,5km je Strecke).
Jetzt hatten wir Hunger und mussten auch noch Reste verwerten. Das Ergebnis sah dann folgendermaßen aus:links die "Mädchenportion" für mich und unten die "Männerprotion" für Harry (ich hatte schon etwas Schoki). Feldsalat und Tomaten (musste weg), kaltes Schweinerückensteak (musste weg), Weißbrot in Butter getoastet, mit Käse überbacken und zusammengeklappt (musste alles weg)

Jetzt liegen wir geschafft und faul im Cockpit, der Aperol-Spritz leuchtet in der untergehenden Sonne und wir freuen uns auf morgen.
Ein Schild im Hafengelände! Die laufen hier tatsächlich über die Straße - vom Wasser auf ein bestimmtes Grundstück. Allerdings zählten wir fünf Entenküken! Fehler! Wenn es dunkel ist, gehe ich die restlichen Federbälle nachmalen ...
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| Typisch Schweden: im Wasser liegen die Steine rum, aber auf Enten aufpassen!!! |

Morgen geht es weiter hinein ins Schärengebiet. Nur eine kurze Strecke von knapp 10 Seemeilen, die uns erlauben wird, die eine oder andere Bucht auf dem Weg näher zu erkunden. Der morgige Zielhafen gehört zu den Tipps des Hafenmeisters aus Sölvesborg. Schauen wir mal, was uns erwartet.
Gute Nacht Berlin, Bremen, Cremlingen, Hamburg, Werneuchen und ?Hessen? (David, wo wohnst du jetzt eigentlich?).
Danke für eure bisherige Begleitung!









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